Odins Weisheit
Er lehrte sie, das Leben zu lieben trotz aller Mühsal: ganz unglücklich ist niemand auf Erden, etwas hat jeder als Trost, seien es Söhne oder Freunde oder das Bewußtsein trefflichen Tuns. Armut ist nicht das schlimmste: solange Leben ist, ist Hoffnung, noch zu Gut und Habe zu kommen. Selbst Schaden am Leibe läßt sich überwinden: der Lahme kann reiten, der Handlose hüten, der Taube zugreifen! Nur der Tote taugt zu nichts mehr.
Darum freue sich jeder der Sonne, sofern er nur eins nicht verliert: die Ehre
Denke daran, dein Leben zu verteidigen: im freien Feld weiche nicht einen Schritt von den Waffen, und wenn Du in ein Haus trittst, sieh nach den Ausgängen! Aber sei nicht allzu klug, mach dir nicht schlaflose Nächte mit Sorgen, und vor allem: scheue nicht den Kampf; denn sterben muß jeder, und wen der Speer verschonte, den Erschlägt doch schließlich das Alter. Vorsichtig sollst du sein und nicht blindlings vertrauen; unter jedem Gewand kann sich die Faust verbergen, die dich töten will. Aber kommt es zum Kampf, dann sei kühn und gehe wenn es not tut, so freudig in den Tod, wie du fröhlich lebtest.
Deine Feinde sollst du hassen und ihnen nicht Frieden geben, versäume ihnen gegenüber keinen Vorteil und steh früh auf, wenn du ihrer Herr werden willst! Aber wie du Böses mit Bösem vergiltst, so vergilt auch Gutes mit Gutem, und wie du dem Feinde Feind bist, so sei dem Freunde Freund. Denn Köstlicheres findest du nicht als Freundschaft. Der Mann ist des Mannes Lust, kein Weg ist zu weit zum Freunde, dem du in allem Vertrauen Schenkst und der dir in allem die Wahrheit sagt.
Gönne jedem das Seine und freue dich nicht über fremdes Unglück. Sei gastfreundlich gegen den Fremdling, und kommst du als Gast, so wahre die gute Sitte. Rede nicht unnütz, trinke nicht zuviel: leicht gerät ins Unglück, wer sich um die Besinnung bringt. Aber wenn du bei anderen noch so gut aufgenommen wirst: Herr bist du nur daheim, auf eigenem Besitz, und sei er noch so klein.
Zuverlässig ist nichts auf der Welt, kein Gut, kein Weib, kein Sohn und auch keine Macht: denn immer lebt dem Starken ein Stärkerer.
Alles vergeht und stirbt einmal: der Besitz, die Sippe, endlich du selbst. Eines nur bleibt und überlebt dich: der Ruf, den du dir selbst gewannst.
So lehrte Odin sein Volk; und es lebte nach dieser Lehre in seiner Heldenzeit.
Gedichte
Einkehr
"Ahnen hoben betend Hände,wende du dich innenwärts;
Gott und Welt hältst du umschlossen, Und die Wahrheit wohnt in dir!
Tief am Grunde deiner Seele, die ein Meer ist, von unermesslichem,
und ein Brunnen unerschöpflich, liegt das goldne Götterland.
Dorten quillt dein's Lebens Quelle, dort, zu dritt,
die stillen Nornen deines Lebens Faden führen, streng verknüpfend Blutes Bande.
Kniee nicht vor heil'gen Büchern, suche Gott in Mauern nicht,
deiner Ahnen göttlich Wissen, sieh, es spricht zutiefst aus dir!
Kehre ein in weiten Wäldern, wo die grüne Stille wohnt, wirst ein ewig' Bild erkennen,
das als große Mutter thront!"
"Was dich auch trifft, bedenke, du trägst es nicht allein,
es könn' zur gleichen Stunde noch viele andere sein.
Das Schicksal mischt die Karten und zeigt sie vorher nicht,
und wie's auch kommt im Leben, bewahre dein Gesicht!"
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Die Stunde bricht an, da sich nun mein Schicksal erfüllt. Odin, erhöre mein Gebet, da mich der Schleier des Todes umhüllt.
Tapferkeit, Ehre und Stolz - wie bei den Ahnen längst vor meiner Zeit, öffnen die Tore Walhallas zu Dir und zur Unendlichkeit.
Beflaggt das Schiff, die Segel hisst, meine Reise ist weit, denn meine Bestimmung ist die
Unsterblichkeit.
Druide, befrage die Runen für mich, die Sterne am Himmelszelt. Kriegshelden sind für Asgard bestimmt und nicht für die Unterwelt.
Wir sind Söhne Odins - das Feuer, das tief in uns brennt, ist das Vermächtnis der Könige, die
Herrscher am Firmament.
Ich führe meine Schlacht - mein Schwert durchstreift den Wind. Odin, wir sind Deine Krieger, die im Kampf gefallen sind. Sende die Walküren, leuchte uns den Weg zu Dir.
Wir fahren durch die schwarze Nacht, unser Weggefährte sei Deine Macht.
Heute war ein Bluttag, wir haben uns dem Tod gestellt. Ganze Schlachtfelder dem Boden gleich, unsre Siege - ungezählt.
Wir sind Söhne Odins - das Feuer, das tief in uns brennt, ist das Vermächtnis der Könige, die
Herrscher am Firmament.
Ich führe meine Schlacht - mein Schwert durchstreift den Wind. Odin, wir sind Deine Krieger, die im Kampf gefallen sind. Sende die Walküren, leuchte uns den Weg zu Dir.
Wir fahren durch die schwarze Nacht, unser Weggefährte sei Deine Macht.
Bringt meinen Körper auf das Schiff, verbrennt es auf dem Meer, lasst meine Seele frei für Odins großes Heer. Führ mich nach Walhalla, meine Brüder erwarten mich. Am Horizont erlischt das Licht, doch mein Geist lebt ewiglich.
Ich führe meine Schlacht - mein Schwert durchstreift den Wind. Odin, wir sind Deine Krieger, die im Kampf gefallen sind. Sende die Walküren, leuchte uns den Weg zu Dir.
Wir fahren durch die schwarze Nacht, unser Weggefährte sei Deine Macht.
Odin zum Gruße
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"Glaubensbekenntnis":
Ich glaube an den Göttervater Odin,
den Allmächtigen Herrn Asgards
Gott der Schlacht und der Weisheit.
Und an Thor, den Gott des Donners,
Gott des Kampfes, seinen Sohn.
Er hat den Vorsitz in der Luft
und lenkt Blitz und Donner
Wir wissen dass wir auferstehen werden.
Auserwählt von den Walküren,
den Schildjungfern Odins
verstorben auf dem Schlachtfeld.
Durch sie geleitet nach Walhalla
Odins heilige Hallen in Asgard.
Wir alle sind Kinder der Götter,
auserkoren zu suchen,
zu streben, zu kämpfen
und nie zu weichen.
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HEIL ODIN!
NOCH EBEN SAH ICH KÄMPFEND MICH
MIT MEINEN BRÜDERN SEIT AN SEIT
BLUTROT DIE HAINE FÄRBTEN SICH
FÜR SIE ZU STERBEN ICH BEREIT
DIE ÜBERMACHT DER FEINDE GROSS
DANN PLÖTZLICH TRAF EIN SCHWERT MEIN HERZ
ICH FÜHLTE DIES MEIN TODESSTOSS
WALKÜREN KOMMT UND NEHMT DEN SCHMERZ
NUN BRUDER SIEH,DER REGENBOGEN
DURCH WALGRIND MUTIG SCHREITEN WIR
NACH ASGARD`S TOREN WIR GEFLOGEN
MEIN PLATZ AN ODIN`S TAFEL HIER
ALL MEINE BRÜDER,MEINE AHNEN,
VEREINT DURCH DIE UNSTERBLICHKEIT
GEMEINSAM FEIERN WIR GERMANEN
BIS HEIMDALL RUFT ZUM LETZTEN STREIT
ALS EINHERJER SIND WIR AUSERKOREN
BESCHÜTZER VON WALHALLA`S TOREN
EINMAL NOCH UNSRE SCHWERTER TRAGEN
DIE ZEIT VON RAGNARÖK NUN NAHT
EINHERJER DURCH DEN HIMMEL JAGEN
AN ODIN`S SEIT,AUS WALHALLA
ALL MEINE BRÜDER,ALL MEINE AHNEN
STEHEN VERSCHWOREN VOR WALHALLA`S TOREN
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Wir sind es, die sich erinnern..
Wir sind es, die sich erinnern
der Feuer, die lang nicht gebrannt,
der Fürsten, die einst mit offener Hand
gaben Silber und Gold und Gefolgsleuten Land;
Der ruhmesbegierigen Helden Macht,
die für ihr Volk kämpften am Tage der Schlacht,
die schlugen und fielen und sanken in Nacht -
und wir sind es, die sich erinnern...
Wir sind es, die sich erinnern
der Götter, die Midgard einst machten,
die aus Ymirs Gebein schufen Erde und Stein
und die Sterne ans Himmelszelt brachten;
Drei Götter formten die Menschen am Strand,
aus Baumstämmen, Ask und Embla genannt,
durch Atem und Wod den Asen verwandt -
und wir sind es, die sich erinnern...
Wir sind es, die sich erinnern
der Sage, die Künftiges weiß,
wenn ein finstres Heer schnell kommt gesegelt von Hel
und ein Wolf seine Ketten zerreißt;
Wenn Sonne und Mond vom Himmel fällt,
die Schlange tobt, und im Kampf um die Welt
sterben Götter und Menschen auf Vigrids Feld -
und wir sind es, die sich erinnern...